
Südengland-Reise
Zwischen Küsten, Tea Stops und Disneyland
11 Minuten Lesezeit · 46 Originalfotos
Wilde Küsten.
Englischer Charme.
Ein bisschen Magie zum Schluss. ♡
Mehr als eine Reise
London im Regen, Küstenwege in Dorset, Cornwall und kleine Orte dazwischen. Unser Roadtrip endet mit Paris und einem Tag voller Disney-Magie.
Unsere Route
Die wichtigsten Etappen auf einen Blick. Dazwischen: Umwege, Begegnungen und das echte Leben unterwegs.
Etappen entdecken ↓- 1Dover
- 2Beachy Head
- 3London
- 4Chichester
- 5Dorset
- 6Dartmoor
- 7Land’s End
- 8Exmoor
- 9Wells
- 10Lacock
- 11Paris
- 12Disneyland
Kapitel unserer Reise
11 Kapitel. Viele kleine Momente. Eine persönliche Geschichte.
01Mit Travel-Mike auf die andere Straßenseite
02Beachy Head: weiße Klippen, kalte Luft
03London: Regen, große Bühnen und ein sehr neugieriges Eichhörnchen
04Noch mehr London – bis 67 Kilometer zusammenkamen
05Der Campingplatz, der uns nicht sofort gehen lassen wollte
06Dorset: Höhlen bei Winspit und fast allein am Durdle Door
07Dartmoor: erst auf die Felsen, dann kommt der Regen
08Cornwall: Häfen, Fisch, Scones und Land’s End
09Porthtowan, Ziegen im Exmoor und der Weg nach Dover
10Paris: der Heimweg macht einen großen Schlenker
11Disneyland als Finale
Jetzt blättern wir zurück.
↓Mit Travel-Mike auf die andere Straßenseite
Am 5. März 2023 fuhren wir los. Unser Van, den wir unterwegs liebevoll Travel-Mike nannten, brachte uns zunächst durch die Niederlande und Belgien nach Frankreich. Von dort ging es mit der Fähre nach England. Wir hatten Küste, London und viel Unterwegssein vor uns. Dass am Ende auch Paris und Disneyland zu dieser Reise gehören würden, gab ihr später noch einen ganz anderen Schluss.
Der erste große Unterschied zeigte sich direkt nach der Überfahrt: links fahren. Was man vorher natürlich weiß, fühlt sich hinter dem Lenkrad trotzdem erst einmal seltsam an. Der Van war derselbe, wir waren dieselben, aber die gewohnte Ordnung auf der Straße war plötzlich gespiegelt. Unsere Nachrichten nach Hause hielten genau diesen Moment fest – angekommen, neugierig und noch ein bisschen mit der neuen Fahrseite beschäftigt.



Für den passenden Auftakt hatten wir sogar Scones von zu Hause dabei. So viel Vorbereitung musste sein. Danach waren es vor allem die Wege, das Wetter und unsere spontanen Entdeckungen, die die Tage bestimmten. März in Südengland war kein Strandurlaub im sommerlichen Sinn. Dafür bekamen wir viel Küste, wenig Grund zum Sonnenbaden und immer wieder sehr gutes Licht zwischen den Wolken.
Zur Kapitelübersicht ↑Beachy Head: weiße Klippen, kalte Luft
Am 7. März waren wir bei Beachy Head unterwegs. Der Spaziergang an den Klippen war kalt und nass. Gleichzeitig lag diese Landschaft vor uns, für die man die Hände dann doch wieder aus den Taschen holt, um ein Foto zu machen: weiße Felsen, dunkleres Wasser und der Leuchtturm unten am Meer. Das Wetter nahm der Aussicht nichts von ihrer Wirkung. Es machte nur ziemlich deutlich, dass wir uns noch im frühen Jahr befanden.
Nach dem Ausflug ging es zum Einkaufen und anschließend Richtung London. Wir suchten uns einen Platz außerhalb der Stadt. Das war unser Prinzip für die kommenden Tage: Der Van blieb draußen, wir fuhren mit dem Zug hinein. So hatten wir ein vertrautes Zuhause am Abend und konnten tagsüber die große Stadt zu Fuß entdecken. Dass dabei ziemlich viele Kilometer zusammenkommen würden, ahnten wir wahrscheinlich schon. Wie viele es tatsächlich wurden, merkten wir erst später.
Zur Kapitelübersicht ↑London: Regen, große Bühnen und ein sehr neugieriges Eichhörnchen
London begann für uns mit Regen. Wir liefen trotzdem los, sahen die bekannten Ansichten und die kleinen Szenen daneben. Im St. James’s Park bekamen die Eichhörnchen ihre eigene Aufmerksamkeit. Die Stadt war groß genug für Paläste, rote Busse und breite Straßen – und unsere Kamera blieb zwischendurch an einem kleinen Tier hängen. Das passt ziemlich gut zu unserer Art, unterwegs zu sein.
Am 9. März besuchten wir Les Misérables im Sondheim Theatre. Der Abend beeindruckte uns sehr. Nach dem Herumlaufen durch die Stadt saßen wir plötzlich vor einer Bühne und ließen uns für ein paar Stunden in eine andere Geschichte ziehen. London bestand für uns damit nicht nur aus Sehenswürdigkeiten draußen. Es hatte auch diesen einen Abend, an dem alles auf die Aufführung ausgerichtet war.




Unsere Fahrt in die Stadt dauerte ungefähr fünfzig Minuten. Danach ging es meist zu Fuß weiter. Auf der Millennium Bridge entdeckten wir kleine Kunstwerke aus Kaugummi. Im Borough Market wurde geschaut und gegessen. Vor St. Paul’s machten wir Picknick und beobachteten zufällig einen Heiratsantrag. Das war kein geplanter Punkt auf unserer Route, sondern etwas, das einfach neben uns geschah.
Später hörten wir in St. Paul’s den Evensong mit einem Knabenchor. Den Tag beendeten wir mit einer kleinen Londoner Verkehrskette: roter Bus, U-Bahn, Zug und schließlich wieder Travel-Mike. So konnte ein einzelner Tag aussehen – Markt, Brücke, Picknick, Musik und dann zurück in den Van. Zwischen den berühmten Orten entstanden die Erinnerungen oft durch genau diese Übergänge.




Noch mehr London – bis 67 Kilometer zusammenkamen
Wir blieben eine ganze Woche mit London beschäftigt. King’s Cross und Harry Potter gehörten dazu, ebenso Camden und Word on the Water, die Buchhandlung auf einem Boot. Gerade dieser Bücherort war eine schöne Abwechslung: nicht durch noch eine große Halle laufen, sondern am Wasser vor einem schwimmenden Laden stehen. Später gab es auch einen Pubbesuch und Cocktails. Die Tage mussten nicht alle denselben Aufbau haben.




Am Ende unserer Londonwoche standen ungefähr 67 gelaufene Kilometer. Das war mehr als nur ein bisschen Stadtbummel. Sophia bearbeitete unterwegs bereits Fotos, und in unseren Nachrichten sammelten sich die kleinen Rückblicke. Es ist schön, die fertigen Bilder heute zu sehen. Gleichzeitig erinnern sie an müde Beine und daran, dass so eine Stadtwoche zwischen Bahnhof, Markt und Museum auch ganz schön viel Energie kostet.
Nach mehreren Tagen, in denen wir im Van autark gewesen waren, wurden andere Dinge wichtiger: Wasser, Strom, eine Dusche. Die Sonne hatte sich nicht besonders großzügig gezeigt. Also suchten wir einen Campingplatz. Wer nur die Bilder von London anschaut, sieht diesen Teil nicht. Im Van ist er aber ganz selbstverständlich Teil derselben Reise.
Zur Kapitelübersicht ↑Der Campingplatz, der uns nicht sofort gehen lassen wollte
Nach London schauten wir uns die Ruinen von Cowdray an und verbrachten zwei Nächte auf der Wicks Farm bei Chichester. Eigentlich sollte der Platz genau das liefern, was wir gerade brauchten: versorgen, aufladen, duschen und einmal durchatmen. Das funktionierte auch. Nur die Abreise hatte eigene Vorstellungen.
Travel-Mike saß im Gras fest. Aus einem normalen Losfahren wurde eine kleine Rettungsaktion mit dem, was wir zur Verfügung hatten. Fußmatten, Gabeln und weniger Luft in den Reifen gehörten plötzlich zum Programm. Es war einer dieser Momente, in denen man gleichzeitig genervt ist und schon ahnt, dass man die Geschichte später gern erzählen wird. Schließlich kamen wir wieder heraus.



Das Beste an solchen Pannen ist nicht die Panne selbst. Es ist der Moment danach, wenn wieder alles rollt und aus dem Problem langsam eine gemeinsame Geschichte wird. Der Campingplatz bekam dadurch jedenfalls einen festen Platz in unserem Reisegedächtnis. Er wird sich gegen viele hübsche, aber ereignislose Übernachtungen vermutlich dauerhaft behaupten.
Zur Kapitelübersicht ↑Dorset: Höhlen bei Winspit und fast allein am Durdle Door
Bei Worth Matravers gingen wir zur Winspit Quarry. Zwischen Felsen und Höhlen tropfte es von oben, draußen lag das Meer. Nach London und Campingplatzalltag waren wir wieder ganz an der Küste angekommen. Es gab keine große Programmliste abzuarbeiten. Wir konnten einfach zwischen den Felsen herumgehen und schauen, was sich hinter der nächsten Öffnung zeigte.



Weiter ging es nach West Lulworth und zum Durdle Door. Den bekannten Felsbogen kannten wir natürlich als Motiv, aber ihn selbst vor uns zu haben war noch einmal etwas anderes. Besonders schön war, dass wir den Strand fast für uns hatten. Der März hatte also nicht nur kalte Hände und Regen im Angebot. Er schenkte uns auch Platz.
Einige dieser Eindrücke verschickten wir erst einen Tag später. Unterwegs zu schreiben, Fotos auszuwählen und gleichzeitig weiterzureisen passte nicht immer in denselben Abend. Für uns blieb der Zusammenhang trotzdem klar: Die Tage in Dorset brachten uns nach der Stadt wieder in einen ruhigeren Takt.
Zur Kapitelübersicht ↑Dartmoor: erst auf die Felsen, dann kommt der Regen
Im Dartmoor standen die Haytor Rocks auf unserem Weg. Wir kletterten auf die Felsen und nutzten das Wetter, solange es noch mitspielte. Danach kam Regen. Viel treffender lässt sich dieser Reisetag kaum zusammenfassen: erst die Gelegenheit nutzen, dann wieder Jacke zu und weiter.
Dazu kamen Ponys, die frei in der Landschaft unterwegs waren. Sie gehörten ganz selbstverständlich in dieses Bild aus offenem Gelände, Felsen und wechselndem Himmel. Für uns waren sie trotzdem ein Grund zum Anhalten und Fotografieren. Sophia musste man für solche Begegnungen ohnehin nicht lange begeistern.



Bei Trethevy Quoit kam eine ganz andere Art von Stein dazu. Statt eines natürlichen Aussichtsfelsens stand dort ein alter steinerner Bau in der Landschaft. Unsere Reise wechselte weiter zwischen Natur und kleinen kulturellen Stopps, ohne dass wir dafür jedes Mal einen kompletten Besichtigungstag planen mussten. Ein Umweg, ein Spaziergang, ein neues Bild – so füllten sich die Wochen.
Zur Kapitelübersicht ↑Cornwall: Häfen, Fisch, Scones und Land’s End
An der Küste Cornwalls sammelten wir Häfen, Strände und kleine Pausen am Wasser. Es gab Fish and Chips, Scones und einen Abend unter einem Sternenhimmel. Nicht jeder Ort bekam damals einen Namen in unseren Nachrichten. Manche Bilder stehen deshalb einfach für diese Tage an der Küste: Boote im Hafen, Häuser am Wasser, ein Teller Essen und danach noch ein Stück zu Fuß weiter.





Wir sahen Felsstapel vor der Küste und ein Fahrzeug, das auch durchs Wasser fahren konnte. An einem anderen Platz begegneten wir wieder Ponys nahe den Klippen. Diese Abwechslung war genau das, was die Fahrt entlang der Küste schön machte. Ähnliche Landschaften bedeuteten nicht identische Tage. Wetter, Licht und die kleinen Begegnungen veränderten ständig, wie wir einen Ort erlebten.
Land’s End gehörte natürlich auch dazu. In St. Just frühstückten wir im Dog & Rabbit ein Full Cornish Breakfast. Danach ging es wieder draußen weiter. Bei einer Aktion im Sand wurde es kurz weniger elegant, als geplant; die Kamera musste gerettet werden. Das passende Reisebild dazu ist manchmal eben nicht die perfekte Pose, sondern der Moment, in dem man versucht, gleichzeitig den Halt und die Ausrüstung zu behalten.




Porthtowan, Ziegen im Exmoor und der Weg nach Dover
Porthtowan Beach schenkte uns noch einen Sonnenuntergang. Im Valley of Rocks im Exmoor übernahmen dann die Ziegen die Hauptrolle. Sophia war begeistert. Nach all den eindrucksvollen Küstenformen brauchte es also manchmal nur ein paar Tiere, um einen Tag besonders zu machen. Unsere Fotos zeigen beides: Landschaft und die Bewohner, die sich von unserer Anwesenheit vermutlich wesentlich weniger beeindrucken ließen als wir von ihnen.




Wells und Lacock kamen hinzu. Die alten Häuser und Gassen gaben dem Rückweg noch einmal eine andere Stimmung. Am 26. März waren wir bereits in Dover, am nächsten Tag ging es mit der Fähre zurück nach Frankreich. Manche Küstenbilder teilten wir erst danach. Wer nur auf ihr Sendedatum schaut, könnte meinen, wir wären noch einmal zurückgefahren. Tatsächlich erzählten wir einfach weiter, während der Van längst auf dem nächsten Abschnitt stand.
Zur Kapitelübersicht ↑Paris: der Heimweg macht einen großen Schlenker
Am 28. März kamen wir in Paris an. Nach Wochen zwischen Van, Küste und englischen Orten standen wir nun wieder mitten in einer großen Stadt. Wir sahen den Arc de Triomphe, den Eiffelturm und die Pont Alexandre III. Es gab Gebäck, Spaziergänge und viele neue Bilder. Paris war nicht nur ein kurzer Durchfahrtsort, sondern ein eigener Teil dieser Reise.




An der Notre-Dame waren noch Arbeiten zu sehen. Wir besuchten die Madeleine, schauten von den Galeries Lafayette über die Stadt und liefen durch Montmartre. Place du Tertre und Sacré-Cœur gehörten dazu. Gleichzeitig gab es sichtbare Spuren der angespannten Lage in der Stadt: Polizeisperren an den Champs-Élysées und verbrannte Mülleimer. Eine Demonstration erlebten wir selbst nicht. Beides gehört zur Erinnerung, ohne dass wir daraus nachträglich eine Geschichte machen müssten, bei der wir gar nicht dabei waren.
Der Übergang von Küstenwegen zu Pariser Straßen war groß, aber nicht störend. Unsere Reise durfte zum Schluss noch einmal ihre Form ändern. Gerade nach den ruhigeren Tagen draußen machte es Spaß, sich auf eine andere Umgebung einzulassen – und zwischendurch wieder gemeinsam etwas zu essen.
Zur Kapitelübersicht ↑Disneyland als Finale
Am 30. März waren wir im Disneyland. Nach Natur, Städten, Campingplatzpanne und vielen Kilometern durfte das Ende ruhig bunt werden. Wir schauten uns Shows an, ließen die Kulisse auf uns wirken und blieben bis zu den abendlichen Bildern am Schloss. Das war ein sehr anderer Abschluss als der Beginn an der kalten englischen Küste – und gerade deshalb passte er zu dieser abwechslungsreichen Reise.
Als wir im April die letzten Bilder in den Chat schickten, waren wir längst wieder zu Hause. Die Aufnahmen gehörten weiterhin zu unserer Märzreise. Mit etwas Abstand hatten sie schon diesen besonderen Charakter von Reiseerinnerungen: Man sieht ein Bild und weiß wieder, wie der ganze Tag dazu aussah.
Bei uns waren das nicht nur die großen Namen. Es waren auch die kalten Klippen, die fünfzig Minuten Zugfahrt nach London, 67 Kilometer Stadtwege, Fußmatten unter festgefahrenen Reifen und Ziegen im Exmoor. Travel-Mike brachte uns durch all das hindurch. Paris und Disneyland waren das Finale – die Geschichte bestand aus allem davor genauso.
Zur Kapitelübersicht ↑
Neue Orte. Neue Geschichten.
Und immer wir. ♡






